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Mit dem gleichen festen Glauben glauben drittklassische Hobbypolitiker wie "BÄRGIDA-Woldeit", dass sie kurz vor der Karriere als Law-and-Order-Innensenator stehen.
Ähnlich glaubensstark beweist sich die AfD nach dem Abweisen ihres Lichtenberger Stadtrates von einem Gedenken für die Opfer des deutschen Faschismus. Sie denken, dass sie trotz zahlreicher systematischer Einzelfälle, in denen hohe oder lokale Funktionäre der AfD NS-Gedenken torpediert und die Verbrechen relativiert haben, die richtigen Ansprechpartner in puncto NS-Gedenken sind.

Mut zur Wahrheit bewies am 27. Januar der Lichtenberger AfD-Stadtrat Elischewski nicht. Ansonsten wäre ihm schnell klar geworden, dass ein AfDler auf einem Gedenken an die Opfer des Holocausts keine Glaubwürdigkeit entfalten und schon gar nicht zu Begeisterungsstürmen bei anderen Teilnehmenden führen kann.


Am 27. Januar 2018 ist erneut der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Auch in Lichtenberg finden traditionell Gedenkveranstaltungen statt, die auch durch das Lichtenberger Bezirksamt organisiert werden.
In diesem Jahr will der AfD-Stadtrat Elischewski um 11 Uhr an der Gedenktafel Fennpfuhl den Opfern gedenken. Dies ist definitiv eine Provokation. Die AfD steht nicht für ein glaubhaftes Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. In zahlreichen systematischen "Einzelfällen" hat die Partei bewiesen, dass hohe und kommunale Funktionäre nicht nur die aktuelle Gedenkpolitik ablehnen, sondern auch Verbrechen relativieren. Dies kann in der AfD ohne Konsequenzen realisiert werden. Daran ändert auch nicht die Aktion des Lichtenberger AfD-Stadtrates. Möchte er glaubhaft den Opfern des NS gedenken, sollte er zu allererst die AfD verlassen. Die AfD steht für ein revisionistisches NS-Gedenken, das sich im Hauptteil an den Tätern orientiert.

Dass die AfD ein ablehnendes Verhältnis zum Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus hat, dürfte den meisten Menschen aufgefallen sein. Allein im letzten Jahr machten hohe Funktionionäre der AfD daraus keinen Hehl. Anfang 2017 hatte AfD-Politiker Björn Höcke eine Rede in Dresden gehalten und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" in Bezug auf das NS-Gedenken gefordert. Im September 2017 sagte der Parteivorsitzende Gauland mit Blick auf die NS-Zeit von 1933 bis 1945: "Man muss uns diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten. Sie betreffen unsere Identität heute nicht mehr. Deshalb haben wir auch das Recht, uns nicht nur unser Land, sondern auch unsere Vergangenheit zurückzuholen."

Am letzten Wochenende verteilten Aktivisten der neonazistischen Kleinpartei "Der III. Weg" Flyer des Berliner Stützpunktes. Die Flyer tauchten im Bereich zwischen Zingster Straße und dem Lindencenter auf. Zahlreiche Flyer landeten in den Müllcontainern der Häuser oder in den Taschen aktiver Antifaschist_innen.

Ein Trauerspiel - auch in Lichtenberg - hat ein Ende genommen. Die rechtsextreme Kleinpartei „Pro Deutschland“ hat sich aufgelöst. Der Beschluss sei am Sonnabend bei der „Bundesversammlung“ in Wuppertal gefasst worden, teilte Parteichef Manfred Rouhs mit. Er forderte die Mitglieder auf, sich der AfD anzuschließen.
Die Nähe Rouhs zur AfD wurde bereits mehrfach sichtbar. So war er auch bei der Einweihung des Büros von Kay Nerstheimer - dem Lichtenberger AfD-Abgeordneten - am 10. Februar 2017 anwesend.

Nachdem am 11. September 2017 der letzte Versuch von Bärgida in Lichtenberg aufzumarschieren, vollständig gefloppt ist, steht am 18. September 2017 erneut ein Anlauf an. Erneut wollen Rassist_innen, Nazi-Hooligans und andere Flüchtlingsfeinde einen Aufmarsch durchführen.

 Mal sehen, ob Karsten Woldeit von der AfD wieder nicht bei Bärgida teilnehmt. Diese könnte die Frage für den morgigen Aufmarsch von Bärgida sein. Denn am Montag abend kommen die Bärgida-Neonazis mal wieder nach Lichtenberg. Mit dabei werden sicher auch wieder Mitglieder der AfD wie der Lichtenberger Heribert Eisenhardt sein.

Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie organisiert ab 19.00 Uhr eine Gegenkundgebung vor dem S-Bhf Lichtenberg. Beteiligt euch. Zeigt den Neonazis, dass sie hier nichts zu suchen haben.

Rückblick: Am 17. August 1987 beging der inhaftierte Nazifunktionär Rudolf Hess im Westberliner Kriegsverbrechergefängnis mit einem Verlängerungskabel Suizid. Rudolf Heß war Hitler-Stellvertreter und Mitinitiator der Nürnberger Rassengesetze.

Aktuell jährt sich der 30. Todestag des Naziverbrechers. In den letzten Wochen häuften sich deshalb neonazistische Sprühereien und Aufkleber in Lichtenberg und anderen Berliner Bezirken. Dabei wird die Verschwörungstheorie - Hess wäre ermordet worden - mit Sprüchen wie "Rache für Hess" bekräftigt. Nachdem Hess bereit in den früheren Jahrzehnten mindestens vier Selbstmordversuche durchgeführt hatte, passt der finale erfolgreiche Versuch nicht in das Geschichtsbild der heutigen Nazis.

Die NPD in Lichtenberg hat es so verdammt schwer. Nachdem der vor Jahren verkündete Kampf um die Straße seit vielen Monaten  schon am Boden lag oder von NPD-Funktionär Jens Irgang mit lächerlichen Kleinstkundgebungen zu Grabe getragen wurde, lahmt nun auch der Kampf um die Parlamente. Wie bereits seit ein paar Tagen bekannt, darf die NPD aus formalen Gründen in Berlin nicht mit einer Landesliste zur Bundestagswahl antreten. Der Wahlvorschlag der NPD entsprach nicht den gesetzlichen Anforderungen, weil Fristen für die parteiinterne Kandidatenaufstellung nicht eingehalten worden seien.

Für den heutigen Montag hatte der Berliner PEGIDA-Ableger BärGIDA eine Kundgebung am S-Bhf. Lichtenberg angekündigt. Der Versuch endete in einer Blamage.