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Etwa 35 Neonazis haben sich heute in der Pipiecke des Bahnhof Lichtenberg in einem Käfig eingefunden, um gegen "Ausländergewalt" zu protestieren, unter ihnen zahlreiche rechte Gewalttäter. Die meisten NPD-Teilnehmer versammelten sich in ihrem Käfig nicht an der Straßenkante, sondern in der hintersten Ecke, hinter Citytoilette und Fahrstuhl. Da sie nur ein Megafon dabei hatten, war der Anmelder der Hohenschönhausener Rassisten-Demos (der auch heute Anmelder war) und der zweite Redner Dietmar Tönhardt (NPD Lichtenberg) für Außenstehende nicht zu verstehen.



Am 11. Februar 2015 wollten die Rassist_innen erneut einen Aufmarsch gegen die Unterkünfte von Geflüchteten in Hohenschönhausen durchführen. Dieser Versuch scheiterte auf voller Linie.

Bereits am Nachmittag des 11. Februars 2015 informierte die Polizei die beiden Anmelder_innen der Gegenproteste darüber, dass die Neonazis ihre Demonstation abgemeldet hatten. Daraufhin wurde eine antirassistische Jubel-Demonstration durch den Kiez angemeldet. Dazu fanden sich etwa 80 Menschen ab 18:00 Uhr am Bürgeramt Hohenschönhausen ein.

Am 28. Januar 2015 fand erneut ein rassistischer Aufmarsch in Hohenschönhausen statt. Nachdem die Rassist_innen aufgrund von Protesten den Dienstag als Aufmarschtag aufgeben mussten, versuchten sie ihr Glück am Mittwoch. Der Aufmarsch, an dem etwa 50 bis 60 Personen teilnahmen, wurde durch antirassistische Proteste begleitet.

Bis Frühling 2015 will der Berliner Senat in den Stadtteilen Pankow, Lichtenberg, Marzahn, Lichterfelde und Köpenick Containerunterkünfte für Geflüchte eröffnen. Dagegen demonstrieren seit Monaten organisierte Neonazis mit rassistischen Bürgern in Marzahn, Buch und Köpenick.

Durch die Häufigkeit dieser rassistischen Proteste ist ein Bild entstanden, dass so nicht stehen gelassen werden sollte. Es gibt viele Menschen die sich für Geflüchtete einsetzen und sich mit ihnen organisieren. Diese Solidarität bleibt oft unsichtbar, da sie sich nicht in abendlichen einschüchternden Brülldemonstrationen, sondern in nachhaltiger Unterstützungsarbeit (Übersetzung, Unterricht, Ämterbegleitung, uvm.) äußert.

Aus diesem Grund fand am 24.01.2015 eine bunte Fahrrad-Demonstration statt. Um die 70 Menschen fuhren bei winterlichen Temperaturen eine größere Runde durch die Neubaugebiete von Hohenchönhausen. Die Tour zog vom Prerower Platz, mit Zwischenkundgebungen am RIZ-Center und den Welse-Galerien, durch die verschiedenen Kieze Hohenschönhausens. Auf den Zwischenkundgebungen wurde über die  Probleme mit rassistischen Mobilisierungen informiert. Auch die Forderung nach einer offenen und solidarischen Gesellschaft wurde in Redebeiträgen thematisiert. Ein paar visuelle Impressionen erhaltet ihr hier.


Am 20. Januar 2015 wollten erneut Rassist_innen rund um die NPD einen Aufmarsch in Neu-Hohenschönhausen durchführen. Dabei wollten sie gegen ein geplantes Containerdorf in Falkenberg und gegen Geflüchtete, die in Turnhallen im Ortsteil Wartenberg notdürftig untergebracht worden sind.
Gegenproteste verhinderten dies jedoch. Die Rassist_innen konnten nicht einmal ansatzweise in die Nähe der beiden Standorte gelangen. Eine antirassistische Demonstration mit etwa 70 Teilnehmer_innen schirmte das Gebiet ab. Unterstützt wurden sie dabei durch den Rapper Pyro One, der live sein Können zum Besten gab.
Die maximal 75 Rasssist_innen mussten aus diesem Grund auf eine unattraktive Route ausweichen, die sie ohne Lautsprecherwagen zügig absolvierten. Dabei skandierten sie Parolen wie "Wir wollen keine Asylantenschweine" und "Lügenpresse - Auf die Fresse".

[Update: 09.01.2014] Einen Tag nach dem Rassist_innen-Aufmarsch vom 06.Januar 2015 hat der Berliner Senat eine Turnhalle in Neu-Hohenschönhausen beschlagnahmt, um dort in den nächsten Tagen bis zu 160 Flüchtlinge unterzubringen. Dies nutzen die Hohenschönhausener Rassist_innen, um am kommenden Samstag zu einem weiteren Aufmarsch durch Neu-Hohenschönhausen zu mobilisieren. Startpunkt ist erneut am Netto-Supermarkt an der Ecke Egon-Erwin-Kisch-Str./Grevesmühlener Str.

Am Dienstag Abend liefen erneut Rassist_innen durch Neu-Hohenschönhausen, Falkenberg und Ahrensfelde, um gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft in Falkenberg zu demonstrieren. Während beim ersten rassistischen Aufmarsch am 16. Dezember 2014 noch 120 Rassist_innen teilnahmen, konnten am 06.Januar 2015 nur noch rund 60 Rassist_innen mobilisiert werden. Abermals stellten NPDler die Organisationsstrukturen des rassistischen Aufmarsches. Die gelaufene Route entsprach der Route vom 16. Dezember 2014.

Zum heutigen Aufmarsch wurde auf der Facebookseite "Kein Asylanten-Containerdorf in Falkenberg" aufgerufen. Die Betreiber_innen dieser Seite gehören zu einem Berliner Netzwerk, das unter dem Label "Berlin wehrt sich!" agiert und maßgeblich von organisierten Neonazis getragen wird. In einer Ende Dezember 2014 veröffentlichten Stellungnahme positionieren sich die Organisator_innen als Anti-Demokrat_innen und fordern einen Wechsel hin zu einem autoritären, rassistischen und antihumanistischen politischen System jenseits der bestehenden parlamentarischen Demokratie.

Begleitet wurde der rassistische Mob durch 2 Kundgebungen mit 150 Gegendemonstrant_innen, die gemeinsam gezeigt haben, dass Rassismus und Ausgrenzung in Hohenschönhausen und anderswo keinen Platz haben.

Gemeinsam gegen Rassismus - egal ob von Neonazis oder aus der Mitte der Gesellschaft. Für eine offene Gesellschaft.

In einem Facebook-Beitrag von "pro Deutschland" Lichtenberg im Dezember 2014 feiern sich die Rechtspopulist_innen als "aktivste politische Kraft in Berlin-Lichtenberg" innerhalb des rechtspopulistischen und extrem rechten Spektrums im Bezirk. Von diesem Selbstbild hat sich der Vorstand des Lichtenberger Kreisverbandes scheinbar bereits verabschiedet oder es gehört zu diesem Verständnis, fahnenwedelnd die konkurrierende NPD zu unterstützen.

Auf dem Portal "Gemeinsam gegen Rassismus" ist ein ausführlicher Recherche- und Analyse-Artikel zu dem Rassisten-Aufmarsch in Falkenberg am 16.12.2014 erschienen. Neben der Analyse der Organisationsstruktur werden auch die Teilnehmer_innen unter die Lupe genommen.

Das Fazit des Artikel ist, dass der Aufmarsch am 16.12.2014 und der kommende vom 06.01.2015 durch Neonazis rund um die NPD organisiert worden ist. Offen wird durch die Organisator_innen rassistisch und ethnopluralistisch argumentiert. Weiterhin wird zu einem Wechsel hin zu einem autoritären, rassistischen und antihumanistischen politischen System jenseits der bestehenden parlamentarischen Demokratie aufgerufen. Personen, die an den Aufmärschen teilnehmen, unterstützen damit offen Neonazis und die Forderung nach einem menschenfeindlichen System.

Zum Nachlesen: http://gemeinsam-gegen-rassismus.net/250/recherche-und-analyse-gemeinsam-gegen-rassismus-in-falkenberg/

[Update 05.01.2015] Am 6. Januar 2015 finden wegen der anhaltenden Aktivitäten gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft im Hohenschönhausener Stadtteil Falkenberg ab 18 Uhr eine antirassistische Kundgebung und weitere Proteste statt. Gemeinsam wollen wir für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus demonstrieren.

Ab 19 Uhr wollen auch Rassist_innen erneut einen Aufmarsch nach Falkenberg durchführen, der am Netto-Supermarkt in der Egon-Erwin-Kisch-Straße starten soll.

Am heutigen Abend liefen 120 Rassist_innen durch Hohenschönhausen, Falkenberg und Ahrensfelde, um gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft in Falkenberg zu demonstrieren. Der Mob wurde durch 5 Kundgebungen mit mehr als 250 Gegendemonstrant_innen begleitet. Mehrfach kam es zu Sitzblockaden, die durch die Polizei gewaltsam geräumt worden sind.

An dem Aufmarsch, der durch eine Person aus der NPD angemeldet worden ist, nahmen organisierte Neonazis aus dem Netzwerk des Nationalen Widerstands Berlin und andere Rassist_innen teil. Die geplante Route wurde aus unbekannten Gründen gekürzt.

Wir danken allen Menschen, die sich den Rassist_innen trotz des winterlichen Wetters und Polizei in den Weg gestellt haben.

Wir können - in Rückblick auf den heutigen Aufmarsch - nur noch einmal bekräftigen, dass Personen, die an Aufmärschen von Neonazis teilnehmen und damit rassistische Agitationen sowie neonazistische Strukturen unterstützen, mit unserem Widerstand zu rechnen haben.


Gemeinsam gegen Rassismus - egal ob von Neonazis oder aus der Mitte der Gesellschaft.